In welchem Alter kann man anfangen,       Querflöte spielen zu lernen?

(Letzte Änderung am 3.07.2019)

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Wenn ein sehr junges Kind - nicht die Eltern sondern das Kind selbst - sich wünscht, Querflöte spielen zu lernen, und so stark, dass es nicht abwarten kann, kann man mit 6 Jahren - in sehr seltenen Ausnahmefällen sogar schon mit 4 oder 5 Jahren - probieren.

 

Sonst ist 8 oder 9 ein sehr gutes Alter, um anzufangen.

 

Eine obere Grenze gibt es nicht.

Unter meinen Schülern waren bis jetzt ein paar 6- und 7-jährige Anfänger, viele größere Kinder, Jugendliche und Erwachsene, und die Erfahrung sagt mir, dass das Alter keine Bedeutung hat.

 

Man lernt nicht besser, weil man jung oder alt ist - nur anders.

 

Ein motivierter Schüler, der spät angefangen hat, würde auch schnell “aufholen”. (Ich bin sogar davon überzeugt, dass man ein sehr hohes, sogar ein professionelles Niveau noch erreichen könnte, auch wenn man mit 40 anfängt - wenn man es wirklich will und dementsprechend übt. Das ist natürlich nicht das Ziel der meisten Schüler, aber es wäre möglich.)

 

Nicht das Alter, sondern die Lust zählt.

Ich darf Ihnen so erzählen...

 

... auf der einen Seite, das Beispiel von Anne:

 

Anne meldete sich bei mir vor ein paar Jahren, nachdem sie meine Internetseite gefunden hatte. Sie sagte, sie würde gerne Querflöte lernen, zweifelte aber daran, ob es in ihrem Alter vernünftig oder überhaupt noch möglich sei. Am Telefon stellte sie sich als "ein schlimmer Fall" vor. Sie war 64 Jahre alt und hatte noch nie Musik gespielt. Ich ermutigte sie, sagte ihr, es sei überhaupt kein Problem. Sie kam ein paar Tage später für eine Probestunde. Als ich 2018 nach Frankreich zurück zog, spielte sie seit mehr als 5 Jahren.

 

Sie war Lehrerin. Ein Jahr nach ihrem Anfang traute sie sich, bei einem Schulfest vor ihren Schülern und Kollegen vorzuspielen! Sie spielte dann auch in einem kleinen Ensemble, mit dem sie bei kleinen Konzerten mitwirkte.

 

Sie war motiviert, hatte einfach wirklich Lust auf Musik. Mehrere Jahre lang kam sie fast jede Woche zum Unterricht, obwohl sie 50 Km von Münden wohnte. Sie übte regelmäßig und besuchte auch Konzerte, lernte so auch schneller als die meisten jüngeren Schüler. Sie ist dazu aus allen meinen Schülern eine von denen, die die Musik am meisten genießen und denen das Musizieren am meisten gut tut.

 

... auf der anderen Seite, das Beispiel von Kyrill:

 

Kyrill fing mit 9 Jahren an. Bei der ersten Querflötenstunde hat er übrigens große Schwierigkeiten gehabt, um einen Ton überhaupt zu kriegen. Aber egal! Er hatte Lust, kam jede Woche mit guter Stimmung und Wille, übte zu Hause und machte so schnelle und große Fortschritte, dass er nach ein paar Monaten einen schöneren und kräftigeren Klang hatte, als viele Schüler nach mehreren Jahren haben.

 

Er spielt mit einer schönen Energie, schafft oft seine Stücke fehlerfrei (was keine Selbstverständlichkeit ist - es ist heutzutage eher selten)... und wenn er ein Stück schön gespielt hat, strahlt er und scheint, so glücklich zu sein...

 

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Wirklich, das Alter zählt nicht. Die Musik tut einfach gut,

dem Geist und der Seele, Kindern wie Erwachsenen.