(Letzte Änderung am 31.08.2019)

In welchem Alter kann man anfangen,       Querflöte spielen zu lernen?

Wenn ein sehr junges Kind - nicht die Eltern sondern das Kind selbst - sich wünscht, Querflöte spielen zu lernen, und so stark, dass es nicht abwarten kann, kann man mit 6 Jahren - in Ausnahmefällen sogar schon mit 4 oder 5 Jahren - probieren.

 

Sonst ist ab 8 oder 9 ein gutes Alter, um anzufangen. Nach oben gibt es keine Grenze.

 

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Unter meinen Anfängerschülern waren bis jetzt ein paar 6- und 7-jährige, viele größere Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Die Erfahrung sagt mir, dass das Alter keine Bedeutung hat.

  

Motivierte Schüler, die spät angefangen, holen übrigens schnell auf. (Ich bin sogar davon überzeugt, dass man ein sehr hohes, sogar ein professionelles Niveau noch erreichen könnte, auch wenn man mit 40 anfängt - wenn man es wirklich will und dementsprechend übt. Es ist natürlich nicht das Ziel der meisten Schüler, aber es wäre möglich.)

 

Man lernt nicht besser, weil man jung oder alt ist - nur anders. Was aber zählt, ist die Lust und wie gut man sich konzentrieren kann. Diese letzte Qualität lässt sich allerdings durchs Üben sehr verbessern.

 

Die Lust also ist das Wesentliche und das Einzige, was nötig ist.

So darf ich Ihnen zwei Beispiele erzählen...

 

... auf der einen Seite, das von Anne:

 

Vor ein paar Jahren meldete sich bei mir eine Frau, die hätte gerne Querflöte gelernt, zweifelte aber daran, ob es in ihrem Alter vernünftig oder überhaupt noch möglich sei. Ihre ersten Worte waren: "Ich bin ein schlimmer Fall." Anne war 64 Jahre alt und hatte noch nie Musik gespielt. Ich ermutigte sie, sagte ihr, es sei überhaupt kein Problem. Ein paar Tage später kam sie für eine Probestunde.

 

Sie war damals noch als Lehrerin tätig. Obwohl sie nicht genau übermäßig selbstbewusst war (siehe ihre ersten Worte...), traute sie sich, kaum ein Jahr nach ihrem Anfang, bei einem Schulfest vor ihren Schülern und Kollegen vorzuspielen! Sie spielte dann auch in einem kleinen Ensemble, mit dem sie bei kleinen Konzerten mitwirkte.

 

Sie war sehr motiviert, hatte einfach wirklich Lust auf Musik. Sie übte regelmäßig, besuchte auch Konzerte und entwickelte dadurch ihren musikalischen Geschmack. So lernte sie auch schneller als die meisten jüngeren Schüler.

 

Als ich 2018 nach Frankreich zurückkehrte, spielte sie seit fünf Jahren. Sie nahm dann Unterricht bei einer Kollegin und spielte weiter mit einem Laienensemble.  Sie ist dazu aus allen meinen Schülern und ehemaligen Schülern eine von denen, die die Musik am meisten genießen und denen das Musizieren am meisten gut tut.

 

  

... auf der anderen Seite, das von Kyrill:

 

Kyrill fing mit 9 Jahren an. Seine Anfänge sind nicht so einfach gewesen: Bei der Probestunde hatte er große Schwierigkeiten, um einen Ton zu erzeugen. Erst nach gut 40 Minuten gelang ihm das. Und noch waren diese ersten Töne nicht sehr schön... Aber egal! Er hatte einfach Lust.

 

Er kam jede Woche mit guter Stimmung und Wille, übte zu Hause. Es wurde - natürlich! - jede Woche ein bisschen besser und er machte solche Fortschritte, dass er nach ein paar Monaten einen schöneren und kräftigeren Klang hatte, als viele Schüler nach mehreren Jahren haben...

 

Er spielt mit einer schönen Energie (meistens auch fehlerfrei - was heutzutage keine Selbstverständlichkeit ist...) und, wenn er ein Stück schön gespielt hat, strahlt und scheint, so glücklich zu sein!

 

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Wirklich, das Alter zählt nicht.

Die Musik tut einfach gut,

dem Geist und der Seele,

Kindern wie Erwachsenen.