In welchem Alter kann man anfangen, Querflöte spielen zu lernen?

(Letzte Änderung am 6.12.2019)

Wenn ein sehr junges Kind - nicht die Eltern sondern das Kind selbst - sich wünscht, Querflöte spielen zu lernen, kann man schon mit 6 Jahren anfangen. Sonst ist ab 8 oder 9 ein gutes Alter. Nach oben gibt es keine Grenze.

 

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Bis jetzt waren meine jüngsten Schüler 6 Jahre alt. Die älteste Anfängerin war 64. Und die Erfahrung zeigt mir, dass das Alter keine Bedeutung hat. Ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene: Manche lernen langsam, andere schneller, aber das hat mit dem Alter nichts zu tun. Man lernt ja nicht besser, weil man jung oder alt ist - nur anders.

  

Ein motivierter Schüler, der spät angefangen hat, würde auch schnell "aufholen". (Ich bin sogar davon überzeugt, dass man ein sehr hohes, sogar ein professionelles Niveau noch erreichen könnte, auch wenn man mit 40 anfängt... Wenn man es wirklich will und dementsprechend übt. Es ist natürlich nicht das Ziel der meisten Schüler, aber möglich wäre es.)

 

Was wirklich zählt, was wichtig ist, ist nicht das Alter, sondern die Lust und die Aufmerksamkeit, das Konzentrationsvermögen. (Diese Qualität kann man übrigens durchs Üben viel verbessern.)

So darf ich Ihnen zwei Beispiele erzählen...

 

... auf der einen Seite, das von Anne:

 

Vor ein paar Jahren meldete sich bei mir eine Frau, die hätte gerne Querflöte gelernt, zweifelte aber daran, ob es in ihrem Alter vernünftig oder überhaupt noch möglich sei. Ihre ersten Worte waren: "Ich bin ein schlimmer Fall." Anne war 64 Jahre alt und hatte noch nie Musik gespielt - nicht mal Blockflöte in der Kindheit. Ich ermutigte sie, erklärte ihr, es sei wirklich kein Problem. Ein paar Tage später kam sie für eine Probestunde.

 

Sie war damals noch als Lehrerin tätig und traute sich, kaum ein Jahr nach ihrem Anfang und obwohl sie nicht gerade übermäßig selbstbewusst war (siehe ihre ersten Worte...), bei einem Schulfest vor ihren Schülern und Kollegen vorzuspielen! Sie spielte dann auch in einem Ensemble, mit dem sie bei kleinen Konzerten mitwirkte.

 

Die ersten Jahre kam sie fast jede Woche für eine Unterrichts-stunde, obwohl sie weit von Münden wohnte, sie übte regelmäßig und besuchte auch Konzerte. Dadurch entwickelte sie ihren musikalischen Geschmack und sie lernte auch schneller als die meisten Schüler - sowohl die jüngeren als auch die viel jüngeren). Sie war einfach motiviert, hatte Lust auf Musik.

 

Im Jahr 2018 als ich nach Frankreich zurückkehrte, spielte sie seit fünf Jahren. Sie nahm dann noch Unterricht bei einer Kollegin und spielte weiter mit Anderen. Sie ist aus allen meinen Schülern und ehemaligen Schülern eine von denen, die die Musik am meisten genießen und denen das Musizieren am meisten gut tut.

  

... auf der anderen Seite, das von Kyrill:

 

Kyrill fing mit 9 Jahren an. Der Anfang war nicht so einfach. Er hat bei der Probestunde große Schwierigkeiten gehabt, um einen Ton zu erzeugen. Erst nach 40 Minuten gelang ihm das. Er hatte aber Lust...

 

In der zweiten Stunde ging es schon ein bisschen besser. Er kam jede Woche mit guter Stimmung und Wille, übte auch zu Hause, und kam so Woche für Woche immer einen Schritt weiter. Er machte solche Fortschritte, dass er nach ein paar Monaten einen schöneren und kräftigeren Klang hatte, als viele Schüler nach mehreren Jahren haben.

 

Er spielte immer voller Energie, dazu auch oft fehlerfrei (was heutzutage keine Selbstverständlichkeit ist), und strahlte immer, wenn er ein Stück schön gespielt hatte. Er schien dabei, so glücklich zu sein...

 

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Wirklich: Das Alter zählt nicht.

 

Die Musik tut einfach gut,

dem Geist und der Seele,

Kindern wie Erwachsenen.