Die großen Musiker

Die berühmtesten Künstler sind nicht immer die größten und große Musiker werden nicht immer berühmt.

 

Wie es wohl in allen Bereichen ist, gibt es unter den Berühmtheiten der klassischen Musik tatsächlich großartige, wirklich gute, aber auch mittelmäßige und sogar ein paar schlechte Musiker. Agenten und Kommunikationsleute wissen die Macht der Werbung und den Herdentrieb der Massen nutzen.

 

Ein anderer Grund dafür ist, dass auch nicht alle großartige Musiker sich eine große Solistenkarriere und das Leben, das dazu gehört, wünschen. Talent und Pflicht - das ist ein anderes Thema, das aber auch das Nachdenken Wert ist.

 

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Unter den allen Konzerten, die ich in meinem Leben besucht habe, war nur ein kleiner Teil wirklich schlecht. Die meisten waren mittelmäßig, aber auch ziemlich viele waren gut, bis sogar sehr gut. Doch nur einige waren wirklich großartige, wunderbare Ereignisse.

 

3 Musiker haben mich am tiefsten berührt und so beeindruckt, dass ich die und ihr Spiel nie vergessen werde: der Flötist Georges Alirol und die Pianisten Radu Lupu und Natalia Walter.

 

3 Musiker, bei denen es schien, durch die Musik sprach die Seele, das Wesen des Menschen...

 

Der rumänische Pianist Radu Lupu ist zwar in einem kleinen Kreis von Berufsmusikern und großen Musikliebhabern berühmt. Er studierte in den 60er Jahren am Moskauer Konservatorium, unter anderen in der Klasse des legendären Heinrich Neuhaus, gewann bedeutende internationale Klavierwettbewerbe und spielt seit den 70er Jahren in den größten Konzertsälen und mit den besten Orchestern.

 

Bei dem breiten Publikum ist er aber fast unbekannt. Selber schuld, könnte man sagen: Er gibt nur ziemlich wenige Konzerte, lehnt Gespräche mit Journalisten ab, und hat seit 20 Jahren keine neue Aufnahme gemacht... Eine katastrophale Vermarktungsstrategie! Sein größter "Fehler" ist wahrscheinlich wohl, die Kunst nicht als einen Spektakel zu denken. 

 

Ich habe das Glück gehabt, ihn in Basel in den 90er Jahren in einem Beethoven-Konzert zu erleben. Es war das erste Mal, dass ich solch eine Phrasierung hörte! Solch eine Intensität und so eine natürliche Art... Jeder Ton, jede Phrase, klang wie eine Selbstverständlichkeit, weit über der physischen Realität des Klanges, so, wie es sein musste, wie eine Notwendigkeit.

 

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Georges Alirol ist der Flötist, der mich am tiefsten beeindruckt hat. Vollkommene Virtuosität, in allen Bereichen der Technik: Fingerfertigkeit, Zungenstoß und Artikulation,  Dynamik, perfekte rhythmische Genauigkeit, Atem und Luftführung... So ein Legato habe ich sonst nur - eben - bei Radu Lupu und Natalia Walter gehört. Er konnte besonders Atmosphären schaffen, und spielte durch eine phantastische Energie und eine sehr feine Nuancierung vom Wildesten bis zum Feinsten, immer rhythmisch sehr präzis aber auch wenn nötig träumend, sehr poetisch. Er erzählte Geschichten besser als man mit Wörtern kann. Ein hervorragender, ganz außerordentlicher Flötist, aber auch ein großartiger, ein seltener Musiker...

 

Zum vollständigen Text... (Dieser Text ist momentan nicht verfügbar, soll ganz neu verarbeitet werden.)

 

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Pierre-Laurent Aimard, Leif Ove Andsnes, Abdel Rahman El Bacha, François-René Duchâble, Mikhail Pletniov, Radu Lupu, Christian Zimerman, um nur einige zu nennen... Unter allen den großen Pianisten, die ich im Konzert erlebt habe, ist nur Radu Lupu, der mich musikalisch so beeindruckt hat, wie Natalia Walter...

 

Zum vollständigen Text...