(Letzte Änderung am 20.05.2018)

Die großen Musiker

Es ist in der Musikwelt wie in allen anderen Bereichen des öffentlichen Lebens. So gibt es unter den Berühmtheiten der klassischen Musik großartige, aber auch gute, auch mittelmäßige und sogar ein paar wirklich schlechte Musiker. 

 

Die berühmtesten Künstler sind ja nicht immer die größten und große Musiker werden nicht immer berühmt. Agenten und Kommunikationsfachleute wissen die Macht der Werbung und den Herdentrieb der Massen nutzen.

  

(Übrigens wünschen sich auch nicht alle große Musiker eine große Solistenkarriere und das Leben, das dazu gehört. _ Das Talent und eine damit verbundene Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft,  das ist ein anderes Thema zum Nachdenken.)

 

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Ich habe in meinem Leben schon ziemlich viele Konzerte besucht. Darunter waren schlechte, mittelmäßige, gute und exzellente. Einige nur waren wirklich wunderbare Ereignisse.

 

Den Großteil der Namen der Musiker, die ich so gehört habe, habe ich vergessen. An manche will ich mich erinnern, entweder weil ich die nie wieder hören möchte, oder umgekehrt weil ich mich freuen würde, sie wieder zu erleben. 3 Musiker haben mich am tiefsten berührt und so beeindruckt, dass ich sie und ihr Spiel nie vergessen werde: der Flötist Georges Alirol, und die Pianisten Radu Lupu und Natalia Walter.

 

 

Radu Lupu

 

Der rumänische Pianist Radu Lupu genießt wohl einen exzellenten und etwas außergewöhnlichen Ruf. Er ist ja berühmt... in einem kleinen Kreis von Berufsmusikern und großen Musikliebhabern.

 

Ich habe das Glück gehabt, ihn in den 90er Jahren in einem Beethoven-Konzert in Basel zu hören. Es war das erste Mal, dass ich so ein Phrasieren hörte. Solch eine Intensität und so eine natürliche Art... Jeder Ton klang einfach wie eine Selbstverständlichkeit. Es ging um etwas weit über der physischen Realität des Klanges. Ein spirituelles Ereignis. Die große Musik.

 

Er hatte unter anderen am Moskauer Konservatorium in der Klasse des legendären Heinrich Neuhaus studiert, gewann bedeutende internationale Klavierwettbewerbe und tritt seit den 70er Jahren in den größten Konzertsälen und mit den besten Orchestern auf, hätte wohl eine Weltberühmtheit werden können. Bei dem breiten Publikum ist er aber fast unbekannt. Selber schuld! könnte man sagen, denn er gibt nur ziemlich wenige Konzerte, lehnt Gespräche mit Journalisten ab und hat seit 20 Jahren keine neue Aufnahme gemacht. Eine katastrophale Vermarktungsstrategie... Sein größter "Fehler" ist wahrscheinlich, die Kunst nicht als einen Spektakel zu denken. 

  

 

Georges Alirol

 

Georges Alirol bekam im jungen Alter Geigen- und Cellounterricht. Mit 11 wechselte er zur Querflöte. Nach kaum 3 Jahren wurde er in die Klasse von Jean-Pierre Rampal am Pariser Konservatorium angenommen. 2 Jahre später schloss er sein Studium mit dem 1. Preis ab und er wurde mit 17 beim Orchestre de Paris engagiert. Nach so einem brillanten und raschen Anfang hätte man erwarten können, dass er zu einem der größten Solisten oder zumindest erste Flöte in einem der besten Orchester der Welt wurde...

 

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Natalia Walter

 

Pierre-Laurent Aimard, Leif Ove Andsnes, Abdel Rahman El Bacha, François-René Duchâble, Mikhail Pletniov, Radu Lupu, Christian Zimerman, um nur einige zu nennen... Unter allen den großen Pianisten, die ich im Konzert erlebt habe, ist nur Radu Lupu, der mich musikalisch so beeindruckt hat, wie Natalia Walter...

 

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