Biographie

(Letzte Änderung am 20.04.2021)

(Hier finden Sie eine Kurzfassung.)

Ich bin 1978 in Mulhouse im Elsass geboren. Meine Eltern waren beide Laienmusiker und ich bekam mit acht Jahren an der Musikschule eines bescheidenen Musikvereins den ersten Solfeggio- und Blockflöten-unterricht. Mit neun fing ich an, Querflöte spielen zu lernen.

 

Meine ersten Lehrer waren keine Berufsmusiker. Das war damals noch bei kleinen Musikschulen üblich. Ab meinem dritten Querflötenjahr, mit meiner dritten Lehrerin, Sandrine Bitonti, wurde es ernster: Etüden von Gariboldi und von Köhler und die Täglichen Übungen von Taffanel und Gaubert waren zum Beispiel im Programm. Sie auch war keine Profi-Flötistin, aber sie hat sich mehr engagiert, als die meisten Lehrer, die ich dann an staatlichen Musikschulen und Konservatorien getroffen habe, und ich glaube, ich habe ihr mehr zu verdanken, als den meisten von denen. Sie hat mich ermutigt, und ich verdanke ihr auch, dass Sie mich nach ein paar Jahren zu ihrem eigenen Lehrer - Daniel Morlier (1) -  geführt hat.

 

Daniel Morlier war ein großartiger Flötist und Musiker. Ich bin leider nicht mal ein ganzes Jahr sein Schüler gewesen, denn ich hatte mich - seinen Rat folgend - gleich am Ende des Schuljahres zur Aufnahmeprüfung für die Staatliche Musikschule in Mulhouse angemeldet und wurde dort aufgenommen. Ich studierte später bei Georges Alirol (2) an der Staatlichen Musikschule in Evreux, bei Stéphane Réty in Mulhouse, und am Konservatorium in Strasbourg (Klasse von Sandrine François), wo ich 2002 das Diplom für Querflöte einstimmig und 2003 den 1. Preis einstimmig und mit Auszeichnung ("1er Prix de perfectionnement à l'unanimité avec les félicitations du jury") erhielt. 2004 schloss ich mein Querflötenstudium mit dem 1. Preis einstimmig an der Staatlichen Musikschule in Aulnay-sous-Bois in der Klasse von Patrick Gallois ab.

 

Dazu habe ich Fagott studiert, mit Jiri Stavicek (3) in Basel und mit Pascal Gallois in Paris, an der Staatlichen Musikschule in Gennevilliers (1. Preis in 2000) und der Hochschule für Musik in Zürich.

 

Mit sechzehn Jahren gab ich schon meine ersten Unterrichts-stunden. Die Leiterin einer kleinen Musikschule hatte mich gefragt und ich hatte mit großem Interesse, Neugier und wahrscheinlich auch ein bisschen Stolz angenommen. Ich suchte aber bald nach einem erfahrenen Vertreter. Die Musik war für mich damals schon eine zu wichtige Sache, ich hielt den Musikerberuf für eine sehr ernste Sache und fühlte mich nicht reif genug, um Anderen zu unterrichten. Ich war eigentlich selber noch Schüler, wenn auch viel weiter fortgeschritten als meine damaligen Schüler.

Erst ein paar Jahre später fing ich an, wieder regelmäßig zu unterrichten. In den 2000er erteilte ich Flötenunterricht an mehreren Musikschulen im Elsass.

 

Ab 2002 spielte ich auch mit verschiedenen Orchestern und Ensembles wie dem Orchestre Philharmonique de Strasbourg, dem Orchestre Symphonique de Mulhouse und dem Ensemble Accroche Note.

 

Bei den Flötenwettbewerben "UFAM" 2006 und "Allain Cadinot - Yamaha Musique France" 2008 in Paris gewann ich jeweils den 1. Preis einstimmig.

 

Nach diesen noch bescheidenen aber ermutigenden Erfolgen auf nationaler Ebene bereitete ich mich auf meinen ersten großen internationalen Wettbewerb, als ich im Sommer 2008 anfing, an einer fokalen Dystonie (4) zu leiden. Diese Bewegungsstörung (die in meinem Fall die Finger der linken Hand betraf) zwang mich auf einmal dazu, meine Konzerttätigkeit ganz einzustellen. In der schlimmsten Phase - zwischen September 2008 und Mai 2009 - konnte ich nichts mehr spielen; nicht mal das, was Anfänger in den ersten Monaten spielen... Mein Zustand verbesserte sich dann sehr langsam. So durfte ich im Dezember 2009 an einem ersten, sehr bescheidenen Konzert wieder teilnehmen, aber mein Repertoire beschränkte sich in dieser Zeit auf nur wenige kurze Stücke oder Sätze aus größeren Werken. In den ersten Recitals, die ich ab 2012 wieder gab, konnte ich immer noch fast nur Barockmusik, mit dazu ein paar moderneren aber ziemlich einfachen Stücken spielen. Nach und nach konnte ich wieder anspruchsvollere Werke aufführen, aber es dauerte bis 2016, bis ich auch virtuose Stücke und endlich ein breites Repertoire wieder spielen konnte, was eine fast normale Konzerttätigkeit wieder ermöglichte.

Ich lebte von 2010 bis 2018 in Deutschland und unterrichtete in dieser Zeit in Hannoversch Münden und bis 2019 an der Musi-Kuss Musizierschule in Göttingen.

 

Seit 2018 lebe ich wieder in Frankreich, im Elsass. Ich unterrichte dort an der Ecole de Musique du Sundgau und in Kingersheim, sowie in der Schweiz an der Freien Musikschule Basel und der Ecole Française de Bâle.

Fußnoten - Klicken Sie auf das Thema

(1) Daniel Morlier

(2) Georges Alirol

(3) Jiri Stavicek

(4) Dystonie